Energie-Trend: Entwicklung Energiesicherheit (Europe@Risk Report)
Verfasst von Autor Claudia Schneidereit, Editor Philippe Souidi am 27. October 2008 um 11:34 Uhr | In Europa, Gesellschaft, Sustainability

Massive Unsicherheit über die Zukunftsfähigkeit des altbekannten Finanz- und Wirtschaftssystems prägte die Nachrichtenlandschaft der letzten Wochen. Langsam wird der Einblick in die globalen ökonomischen Entwicklungen spezifischer und die Ausblicke konkreter.Mit dem Europe@Risk Report, der aus der Zusammenarbeit einer Initiative des World Economic Forums und der Beratung Price Waterhouse Coopers entstanden ist, steht erstmals nach zahlreichen Mutmaßungen ein sehr konkreter Einblick in die potentielle Entwicklung des zukünftigen europäischen Wirtschaftsgefüges, der Energiesicherheit, des demografischen Wandels und der Bildung zur Verfügung. Die Vernetzung der Themen sowie der geografischen Märkte macht etwaige Szenarien besonders komplex und die Frage nach Prioritäten unbeantwortbar. Trotz der Bemerkungen des ständigen Vorsitzenden der Eurogruppe, Jean-Claude-Trichet, eine Wirtschaftskrise sei ein vorübergehender Zustand, dem mit politischen Maßnahmen entgegengewirkt werden könne, eine Energiekrise sei nicht rückgängig zu machen, scheint die Frage der Energiesicherheit in diesen Tagen in den Hintergrund zu rücken.
Der Europe@Risk Report mit Blick auf die weltweit zunehmend klaffende Schere zwischen Energieangebot und – nachfrage zeigt jedoch: Energiesicherheit ist ein heikles und stabilitätsentscheidendes Thema. Mit Blick auf die europäische Union und ihre Energieimportabhängigkeit von Russland und Staaten des mittleren Ostens wird sehr schnell deutlich: Um geopolitische Konflikte zu vermeiden und Energiesicherheit zu wahren, muss eine Diversifikation der Energiequellen her, nicht nur geografisch sondern auch in der Art der Quelle. Zwar werden bereits Anreize für die Investitionen in erneuerbare Energiequellen geschaffen, doch steigen diese noch vergleichsweise gering.
Der Europe@Risk Report zeigt, dass aus Abhängigkeiten und Ressourcenknappheit schnell eine Krise werden kann, die nicht nur die globale Wirtschaft sondern auch die geopolitische Sicherheit ins Wanken bringen kann. Eine stringente Verfolgung der bisherigen Linie – Förderung der Produktion von erneuerbaren Energien, sowie zunehmender Energieimport aus eurasischen Ländern – kombiniert mit einer gesamteuropäischen Zusammenarbeit kann diese verhindern, sollte jedoch nicht aus dem Fokus geraten.




Registrieren
