Trend: Economy kills the „Theory of Free“?


Verfasst von Autor Claudia Schneidereit, Editor Philippe Souidi am 23. October 2008 um 18:39 Uhr | In Business & Marketing, Gesellschaft

Wireds Chief Editor Chris Anderson ist nicht nur für seine Long-Tail Theorie bekannt geworden, sondern erreichte eine ebenfalls hohe Aufmerksamkeit als er im März 2008 seine neue ökonomische Theorie mit dem Titel „Free“ vorstellte.

 

Basierend auf den weltweit frei verfügbaren und zugängigen Inhalten durch Google, Yahoo oder Wikipedia stellte er erst im März 2008 die provokative These auf, alle digitalen Inhalte würden irgendwann kostenlos zugängig sein. Ohne Zweifel entstand mit dem Web 2.0 ein Raum, in dem Inhalte nicht nur frei verfügbar waren, sondern von jedermann erstellt und verbreitet werden konnten und wurden. Open-Source-Software und Consumer generierte Inhalte reichten um milliardenschwere Unternehmen wie YouTube oder Facebook aus dem Nichts entstehen zu lassen und ließ bestehende Unternehmen ihren Kurs wechseln. Getrieben durch die massive Inhalte-Konkurrenz öffnet das Wall Street Journal im Januar 2008 sein Archiv und finanziert sich mit Werbung.

Doch der Kollaps der globalen Finanzmärkte, die Zahlungsunfähigkeit eines ganzen Staates und die globalen Konjunkturaussichten lassen nun die Frage aufkommen, ob ein Web 2.0-Geschäftmodell, das auf die freie Verfügbarkeit von Inhalten und die Gunst von Investoren oder Werbepartnern basiert, noch stand hält. Investoren ziehen sich erst einmal zurück und setzen, wie der Kritiker des „Free“-Modells Andrew Keen bemerkt, nicht mehr auf  die Twitters und YouTubes von heute, sondern besinnen sich wieder auf handfeste Business-Modelle. Auch wenn Anderson mit „Free“ nicht sagt, dass Services neben Inhalten frei sein müssen. Ist in Zeiten geringer Investitionen und handfester Business-Modelle Platz für ein Geschäftsmodell, das auf frei verfügbaren Inhalten basiert? Eindeutig scheint jedenfalls, dass es klassische Web 2.0 Start-Ups in Zukunft schwer haben werden und die Attraktivität des ökonomischen Modells „Free“ zumindest in Frage gestellt werden wird.

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