Macro-Trend: Urban Farming


Verfasst von Autor Claudia Schneidereit, Editor Philippe Souidi am 5. June 2008 um 19:13 Uhr | In Gesellschaft, Lifestyle, Macro-Trends

2030 werden 60 % der gesamten Weltbevölkerung in Städten leben: Die Urbanisierung lässt die Frage nach zusätzlich benötigtem Agrarland und innovativen Lösungen zur gesicherten Versorgung der städtischen Bevölkerung aufkommen.

TREND DESCRIPTION
Klimawandel, Verstädterung: Schon heute steigt die Durchschnittstemperatur von Ballungsgebieten wie Tokio fünf Mal so stark wie die globale Erwärmung. Um den Folgen wie erhöhten Energieverbrauch durch die Nutzung von Klimaanlagen entgegenzuwirken, suchen Wissenschaftler und Politiker nach greifbaren Lösungen. Die Bevölkerung setzt sie bereits um. Während die Tokioter Stadtverwalter bereits 2001 eine Richtlinie erlassen hat, die vorsieht, das alle Neubauten (größer als 1000 qm) Dachgärten anlegen müssen, finden Städter in New York mehr und mehr Gefallen an dem eigenen Kleingarten, ob im Umland oder über den Dächern der Stadt. Wissenschaftler und Designer hingegen denken bereits im großen Stil und verfolgen verstärkt die Idee, vertikale sich selbst versorgende Wolkenkratzer zu errichten.

CASES
Vertical Farm
verticalDie Vision des Urvaters der Vertical Farming-Idee, Dr. Despommier, ist ein Wolkenkratzer auf dem der Anbau von Getreide und Gemüse stattfindet und so die gesamte Selbstversorgung der Bewohner sicher stellt. Die vertikale Farm soll im Herzen der urbanen Centren stehen und ihre gesamte Energie aus erneuerbaren Energien produzieren und gewinnen. Was nach weit entfernter Zukunftsmusik klingt, hat bereits begonnen: Zur Umsetzung der Idee hat Dr. Despommier Ökonomen, Ingenieure und Architekten vereint, um die ersten Prototypen zu entwerfen. Währenddessen entstehen weltweit eine Fülle von Konzepten, die dasselbe Ziel verfolgen: Die nachhaltige Selbstversorgung der Städter. Über das Konzept-Stadium hinaus will Los Angeles ab 2010 gehen und eine vertikale Farm für 200Millionen $ bauen, mit der 72.000 Menschen versorgt werden sollen.

Urban Gardening
gardeningRund um New York boomen die städtischen Gartencenter. Auf der Suche nach dem Stück Natur in dem sich ständig vergrößerndem Häusermeer helfen die New Yorker sich selbst und nutzen entweder Randgebiete oder die Hausdächer zum Anbau eines eigenen Gartens. Sei es um der Romantik oder der Notwendigkeit aufgrund steigender Nahrungsmittelpreise willen: Privater Anbau liegt im Trend und Saatunternehmen sowie Anbieter von Kleingärten profitieren.

TREND IMPACT
Der Trend zum Urban Gardening in New York ist wohl Vorbote für ein völlig neues Lebensgefühl und einen sich wandelnden Lebenstil in urbanen Gebieten. Durch den Klimawandel und die Verstädterung zur Notwendigkeit gemacht, werden Städter zukünftig Nachhaltigkeit leben, in dem sie sich selbst versorgen und verstärkt grüne Oasen in Städten nachfragen. Urban Farming hat so nicht nur Einfluss auf die Lebensgewohnheiten des Einzelnen, sondern eröffnet neue Wege des des gemeinschaftlichen Zusammenlebens.

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